Talla 2XLC (bürgerlich Andreas Tomalla) gilt als Pionier und einer der wichtigsten Wegbereiter der kommerziellen deutschen und internationalen Techno/Trance-Szene. Talla hat zwei Brüder, lebt in Frankfurt, ist verheiratet und hat keine Kinder.
Er arbeitete Anfang der 80er in einem Plattenladen unter dem Frankfurter Hauptbahnhof (City-Music). Dort sortierte er Schallplatten mit elektronisch produzierter Musik in eine eigenständige Kategorie und benannte diese mit „Techno“. Mit der Gründung des Technoclub im Jahre 1984 und seinen Auftritten gab er mehr als zwanzig Jahre lang wichtige Impulse für das Entstehen und die Entwicklung der deutschen Techno-Clublandschaft sowie der internationalen Trance-Szene.
Sein Künstlername Talla 2XLC leitet sich als Kürzel von seinem Nachnamen und von einem uralten Kassetten-Mixtape ab, dessen technische Bezeichnung „XS60“ war und für Talla wie gerufen kam, da es schon das Talla Vocal Ensemble gab. Von „XS60“ war der Weg zu „2XLC“ nicht weit, da Talla schon immer ein Faible für Namen und technischen Bezeichnungen hatte. Um von der GEMA als eigenständiger Künstler anerkannt zu werden, wählte Talla diesen Zusatz für seinen bis heute bekannten Künstleralias. Weil die Frage „was bedeutet „2XLC“?“ zur meistgefragten in seinem Leben gehört, gibt es eine nette Anekdote: Als er einmal ein Interview für die Zeitschrift „Partysan“ gab, und er echt genervt von der Masterfrage war, dachte er sich folgende Geschichte aus: Talla lebte in seiner Studienzeit in einer WG zusammen mit buddhistischen Mönchen. Da diese täglich mehr im Flur der WG lautstark prozessierten, konnte er nie die Klingeln hören. Einer der Mönche hatte Mitleid mit ihm, und schnitzte ihm ein Klingelschild auf dem Stand: Talla 2 x LC (2mal lange klingen). Der Mönch war der deutschen Sprache nicht sonderlich mächtig. Deswegen kürzte er Klingeln mit “C.” ab. Das ganze war nur ein erfundener Spaß, wurde aber damals mehrmals in diversen Magazinen abgedruckt.
Begonnen hat Talla mit dem Auflegen in der Tanzschule „Kiel Blell“. In den Achtzigern begann er mit der Produktion eigener Stücke unter den Projektnamen Axodry und konnte daran anschließend mit den Nachfolgeprojekten Two of China und Moskwa TV erste Erfolge erzielen. Sein bekanntestes Projekt war damals Bigod 20, dessen Gründer er war. Talla kreierte diesen Namen in Anlehnung an seinen Lieblingsautor H. P. Lovecraft. Allerdings hatte Tomalla schon früh nicht den kommerziellen Focus anderer, seinerzeit bekannter DJs und gab relativ viel administrative Verantwortung für die Vermarktung seiner Arbeit ab. Nach den Aufbaujahren des Technoclub und seiner Plattenfirma „Music-Research“, die es inzwischen nicht mehr gibt, zog er sich mit dem Grund sich mehr um seine Labels und die Künstler zu kümmern von 1992-1995 für einige Zeit vom DJing zurück. Zudem entsprach seine Definition von Techno einer völlig anderen Soundvorstellung. Er sah sich in dieser Zeit in hauptsächlich in der Tradition von EBM, europäischen Electropop und Industrial. Die sich durchsetzende Begriffsdefinition von Techno in der Fusion von Techno und afroamerikanischer House- und Disco-musik entsprach nicht seiner Wertevorstellung bzw. lehnte er zunächst völlig ab.
Mitte der 1990er Jahre hatte er ein Comeback als DJ und bei internationalen Raves, bei dem er an den Erfolg der vergangenen Jahre anknüpfen konnte. Als Technoclub-Gründer und Resident im Frankfurter Club Dorian Gray war er, bis zur Schließung des Clubs Ende 2000, einer der meistgebuchten DJs in Deutschland. Anschließend trat Talla vermehrt als Remixer von bekannten Trance-Acts wie Rank 1 und Darude auf. Bis heute ist Talla 2XLC zusammen mit unterschiedlichen Produzenten (momentan Ace da Brain) als DJ und Remixer tätig. Bekannt und kommerziell erfolgreich ist seine Technoclub CD-Reihe im Mix-/Battle-/DJ-Format mit jeweils einem anderen bekannten DJ. Inzwischen wird er international gemanagt von einem kanadischen Office, das DJlinks heißt und auch Johan Gielen, Scot Project und Yoji Biomehanika vertritt. Rund um den Globus jettet der Frankfurter und beglückt die Fans mit seinen Sounds.
Der Technoclub, der mit der Schließung des Dorian Gray seine Homebase verloren hat, ist Ende 2004 nach vielem Auf und Ab wieder in Frankfurt eingekehrt, wo er für gut ein Jahr jeden ersten Freitag im Monat eine neue „Heimat“ im Café Royal fand. Anschließend wechselte der Technoclub anfang September 2005 ins Stocks, in der Frankfurter Innenstadt. Ein Jahr später fand der Technoclub seine bis heute aktuelle Homebase im legendären Frankfurter Club U60311, wo an die Zeiten des Dorian Grays anknüpft wird und sich jeden Monat Fans aus allen Teilen Deutschlands einfinden. Darüber hinaus wird er national und international seit Jahren auf vielen großen Veranstaltungen gebucht. Vor allem in den USA ist er vermehrt auf Tour.
Zusätzlich legt Talla 2XLC jeden Donnerstag von 22:00 bis 24:00 Uhr in seiner persönlichen Technoclubsendung bei Sunshine live Livesets auf.
Talla 2XLC setzt sich nach wie vor stark für die elektronische Musik, insbesondere für die Tranceszene ein.
Die Loveparade lehnte Tomalla aufgrund ihrer Kommerzialisierung seit 2000 ab. Als die Leitung der Loveparade wechselte, und endlich wieder die Musik im Vordergrund stand, änderte er seine Meinung. Seine Bewerbung mit dem Technoclub für die neu konzipierte Parade 2006 hatte eine Woche vor Beginn der Veranstaltung Erfolg, da sie für einen ausgefallen Teilnehmer einspringen konnten. Das Voting wurde von den Internetbesuchern der Veranstalter zu 50% und zu 50% von den Klubkulturträgern der Szene bestimmt, und der Technoclub kam auf Platz 36 von 420 angemeldeten. In seinen Äußerungen weist Tomalla häufig auf die seiner Meinung nach unschöne Kommerzialisierung des Techno hin und beklagt das fehlende Engagement vieler Anhänger.